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Begegnung auf Augenhöhe

Wie christliche Theologie im Gespräch mit dem Judentum sich verändert

Die Katholische Kirche hat auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) einen Bruch mit ihrer Jahrhunderte langen Judenfeindschaft in Theologie und Praxis vollzogen. Bis dahin war es ein weiter Weg. Und doch: Die durchschnittliche Predigt ist – rhetorisch freundlich, natürlich! – immer noch allzu oft von Stereotypen durchzogen, die den jüdischen Glauben abwerten. So wird das Christentum z. B. immer noch als Religion der Liebe dem Judentum als Gesetzesreligion antagonistisch gegenübergestellt oder der ‘kirchliche’ Jesus wird als einer gezeichnet, der Tora und Propheten überbiete.

Der Vortrag will aufzeigen, dass für die christlichen Kirchen eine neue Wegstrecke ansteht, nämlich dem jüdischen Glauben auf Augenhöhe zu begegnen und ihn als einen Weg vor Gott wahrzunehmen, der im Vergleich mit dem christlichen in keiner Weise insuffizient oder defizitär ist. Dieser Dialog ist, wenn er auf Augenhöhe geführt wird, für den christlichen Glauben kein harmloser, sondern ein Dialog, der verändert: auch den christlichen Glauben, auch die kirchliche Lehre!

Und wie immer laden wir Sie ganz herzlich ein: Raum 0026 in der U2 (Innenhof St. Martin) – am Donnerstag, 5. Februar um 19:00 Uhr!

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Es war einmal ein berühmter Samurai, der über all die Jahre für seinen Herren schon viele Kämpfe in unzähligen Kriegen gewonnen hatte. Aber es kam der Tag, an dem er erstmals einen Kampf verlor. Gedemütigt und voller Zorn gegen sich selbst und gegen den Rest der Welt, wollte er seinem nun scheinbar unwürdigen Leben ein Ende bereiten. Er ritt die staubige Landstraße entlang und dachte darüber nach, wie er sich am grausamsten und auffälligsten umbringen könnte. Plötzlich sah er vor sich auf dem Weg etwas liegen. Er hielt an und erkannte, dass es ein kleiner Spatz war. Dieser lag auf dem Rücken und streckte seine winzigen Füßchen zum Himmel. Der Samurai, der wegen des Vogels aus seinen Gedanken gerissen worden war, schrie den Spatz an: "Geh mir aus dem Weg, du nichtsnutziges Federvieh!" Der Spatz aber antwortete: "Nein, lieber Samurai, das werde ich nicht tun. Ich habe eine große Aufgabe zu verrichten." Der Samurai war ganz überrascht und erstaunt über die selbstbewusste Antwort des Vogels. Er stieg von seinem Pferd, beugte sich zu dem Spatzen hinunter und fragte: "Verrat mir, was so wichtig ist, dass du mir den Weg nicht freimachen willst?" "Oh", sagte der Spatz, "man hat mir gesagt, dass heute der Himmel auf die Erde fallen wird. Und deshalb liege ich nun hier. Ich werde ihn mit meinen Füßen auffangen." Als dies der Samurai hörte, fing er an zu lachen. Er konnte sich kaum beruhigen, so sehr schüttelte es ihn. Prustend rief er: "Was? Du kleines Federknäuelchen willst mit deinen dürren Beinchen den Himmel auffangen?" Der kleine Spatz erwiderte sehr ruhig und ernst: "Tja, man tut was man kann!"

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